Poetenfest 2013 – Maike Albath über ihr Buch „Rom, Träume“ zur italienischen Literatur von Pasolini, Morante, Gadda & Co.

Die Entwicklung der Literatur Italiens nach dem zweiten Weltkrieg ist auch aus heutiger Sicht faszinierend. So viele große, einflußreiche Namen, deren Wirkung bis heute anhält: Cesare Pavese, Italo Calvino, Pier Paolo Pasolini, Alberto Moravia, Elsa Morante, Giorgio Bassani, Carlo Emilio Gadda, Natalia Ginzburg. Von den 40er bis in die 70er Jahre kamen wichtige Impulse aus Italien, die die Weltliteratur prägten. Leider sieht es in der Jetztzeit nicht ganz so rosig aus, nach fast 20 Jahren Berlusconi-Präsenz hat die Kulturszene Italiens deutlich gelitten. Doch im Werk der Nachkriegsgeneration, die sich im übrigen als dezidiert antifaschistisch verstand, gibt es noch immer viel zu entdecken.

Die Literaturkritikerin Maike Albath ist eine ausgewiesene Kennerin der italienischen Literatur. Ihre Features für Deutschlandradio sowie ihre Rezensionen und Essays zeugen von einer jahrelangen Beschäftigung mit der Thgeist von turinematik. 2010 veröffentlichte Maike Albath das erste Buch auf deutsch, das sich detailiert mit der Literaturszene rund um den Einaudi Verlag beschäftigt. „Der Geist von Turin“ ist ein wahrer Eye Opener und bringt einem die Entstehung dieses so wichtigen Verlages (gerne als „Suhrkamp Italiens“ betitelt) näher. Giulio Einaudi gründete den Verlag bereits 1933 und schaffte es, ihn in der repressiven Zeit des Faschismus am Leben zu erhalten. Cesare Pavese, Leone und Natalia Ginzburg, später Italo Calvino waren nicht nur AutorInnen bei Einaudi, sie arbeiteten auch im Verlag. Eine höchst produktive Konstellation, der sich Maike Albath kenntnisreich und mit vielen ZeitzeugInnenstimmen widmet. Ich habe „Der Geist von Turin“ bereits 2010 für Radio Z rezensiert, hier der Audiobeitrag:

Nun legt rom traeumeMaike Albath ein zweites Buch vor, dass sich diesmal mit der literarischen Szene Roms beschäftigt. Im Mittelpunkt steht ein fünfköpfiger Freundeskreis, der der Literatur Italiens seinen Stempel aufdrücken sollte: Pier Paolo Pasolini, Alberto Moravia, Elsa Morante, Carlo Emilio Gadda und Ennio Flaiano. Die italienische Hauptstadt bekam damals eine neue Bedeutung, als Stadt Fellinis, der Dolce Vita und eines neuen literarischen Lebens. Maike Albath schildert, wie das literarische Geschehen und der in seiner Blüte stehende italienische Film sich gegenseitig befruchteten, wie Filmschaffende aus den USA Rom für sich entdeckten und die Via Veneto (von Fellini in „La Dolce Vita“ verewigt) zum Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens wurde. Da Maike Albath schon seit Jahren als Moderatorin beim Erlanger Poetenfest tätig ist, nutzte ich die Gelegenheit und traf sie am Festivalsamstag zum Interview.

Interview erstmals gesendet im STOFFWECHSEL bei Radio Z am 2.9.2013

Beide Bücher von Maike Albath sind im Berenberg Verlag erschienen.

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