Auf der Suche nach den verlorenen Büchern 10: Edition moderne Klassiker bei ars vivendi

Längst vergriffene Titel, wieder zugänglich gemacht in bibliophiler Ausstattung: die Edition moderne Klassiker im Verlag ars vivendi bietet genau das. Ein Interview mit Verleger Norbert Treuheit und Lektor Stefan Imhof.

Als Natascha Wodin vor drei Wochen den Preis der Leipziger Buchmesse für „Sie kam aus Mariupol“ gewann, freute man sich nicht nur beim Rowohlt Verlag, sondern auch im fränkischen Cadolzburg. Dort sitzt der ars vivendi Verlag, der Wodins Debütroman „Die gläserne Stadt“ für sein Frühjahrsprogramm aus der Versenkung holte und nun in einer wunderbar gestalteten gebundenen Ausgabe neu in die Buchläden bringt.

Wodins „Die gläserne Stadt“ erscheint in der Edition moderne Klassiker, die seit 2015 von ars vivendi herausgegeben wird. Ganz präzise heißt die Reihe sogar Edition moderne fränkische Klassiker, denn alle Autorinnen und Autoren, die hier versammelt sind, eint die Herkunft aus Franken. Das klingt für ein Lesepublikum außerhalb Nordbayerns erstmal irritierend und vielleicht ein bisschen uninteressant. Doch das Lokalkolorit spielt hier eigentlich keine Rolle und sollte niemanden davon abhalten, zu dieser Buchreihe zu greifen. Schließlich sind hier mit Jakob Wassermann, Hermann Kesten und Robert Schopflocher Autoren von Weltrang vertreten. Bernhard Kellermanns 1913 erstmals erschienener Science Fiction Roman „Der Tunnel“ gehört zudem zu den erfolgreichsten Büchern in deutscher Sprache, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschienen. Natascha Wodin und Ludwig Fels haben Franken längst hinter sich gelassen und leben nun in Berlin (Wodin) bzw. Wien (Fels).

cover-wassermann

Allen Büchern gemeinsam ist nicht nur ihr literarischer Rang und der Umstand, dass sie bis vor kurzem nur antiquarisch erhältlich waren, die ganze Reihe ist außerdem in einer vom Buchgestalter Armin Stingl besorgten hochwertigen Ausstattung gehalten, mit bedrucktem Hardcover-Textileinband, großformatigem Autor*innenfoto auf der Rückseite sowie farbigem Schnitt.

Die Wiederveröffentlichung von Natascha Wodins Debüt sowie die bald anstehende Neuausgabe von Robert Schopflochers Erzählband „Eine Kindheit“ waren mir Grund genug, ein bisher unveröffentlichtes Interview aus dem Archiv zu ziehen, das ich bereits 2015 mit Verleger Norbert Treuheit und Lektor Stefan Imhof führte, die für die Edition moderne Klassiker verantwortlich zeichnen.

Auf der Website von ars vivendi wird die Edition übrigens nicht extra aufgeführt – etwas mehr Stolz auf diese vorbildliche Reihe an Neuauflagen könnte sich der Verlag durchaus erlauben…

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7 Gedanken zu „Auf der Suche nach den verlorenen Büchern 10: Edition moderne Klassiker bei ars vivendi

  1. Sehr schön – ars vivendi ist ein toller Verlag, mit einem Verleger, der tatsächlich ein Sendungsbewusstsein besitzt und deshalb solchen Reihen eine Chance gibt und das sage ich nicht nur, weil ich aus Franken komme und dort eine Zeit lang Teil des Verlages sein durfte. Danke für die Besprechung, die ich auf Facebook teilen MUSS 😉 LG, Bri

    1. Danke Dir für’s teilen! Sendungsbewußtsein hat der Verlag absolut, man denke nur an die Shakespeare-Neuübersetzung, ein sehr ambitioniertes Projekt. ars vivendi hat auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient.

      1. Sehe ich genauso – ja, die tolle Gesamtausgabe in Neuübersetzung von Frank Günther … über viele Jahre hinweg, das bedeutet viel Arbeit und auch Wagemut, das muss belohnt werden!!

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